Die Zelle, das Gewebesystem und die Anatomie der Haut
Zellen sind die Grundbausteine des menschlichen Organismus. Aus zwei verschiedenen Zellen - der Eizelle und der Samenzelle- entsteht unser Organismus, der aus mehr als 10.000 Milliarden Zellen besteht. Zellen haben folgende Eigenschaften:
- Vermehrungsfähigkeit = Fortpflanzung
- Formwechsel = Wachstum und Entwicklung
- Informationswechsel = Aufnahme, Weiterleitung, Verarbeitung, Speicherung und Abgabe von Informationen
- Stoff- und Energiewechsel
Durch die verschiedenen Aufgaben haben sich viele Arten von Zellen gebildet:
- rote Blutkörperchen
- Nervenzellen
- Knochenzellen
- Samenzellen
- Fettzellen
- Epithelzellen
Der Zusammenschluss von mehreren Zellen, die gleichwertige Aufgaben besitzen, wird als Gewebe bezeichnet. Man unterscheidet dabei vier Haupttypen von Geweben:
- Muskelgewebe
- Binde- und Stützgewebe
- Epithelgewebe
- Nervengewebe
Das Muskelgewebe ermöglicht die Bewegungen durch die Fähigkeit der Kontraktion. Dabei werden drei unterschiedliche Arten der Muskulatur unterschieden:Glattes Muskelgewebe, Quergestreiftes Muskelgewebe und Herzmuskelgewebe.
Das glatte Muskelgewebe besteht aus spindelförmigen, glatten Muskelzellen. Diese Muskulatur zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, dass sie nicht dem Willen unterworfen ist. Die Koordination erfolgt durch das unwillkürliche (vegetative) Nervensystem. Die Kontraktionsgeschwindigkeit ist sehr langsam und kann bis zu 15 Minuten dauern. Der Vorteil hierbei ist aber die geringe Ermüdung, da sie eine geringe Kraft erreicht ist die benötigte Energiemenge gering. Die glatte Muskulatur ist im Magen-Darm-Trakt, den Bronchien sowie Harnleiter, Harnblase und in der Gebärmutter enthalten.
Bei dem quergestreiften Muskelgewebe handelt es sich um Muskulatur mit vielen Zellkernen. Die Eigenschaften dieses Muskeltyps sind eine willkürliche, bewusste Steuerung. Sie benötigt große Mengen an Energie und kann dadurch auch große Kräfte entwickeln. Durch die hohe Kontraktionsgeschwindigkeit ist der Punkt der Ermüdung sehr schnell erreicht. Dieser Muskeltyp ist in der gesamten Muskulatur des Skelettes gegenwärtig, der Zunge, des Rachens etc. Ihre Aufgabe besteht in der Bewegung der Arme, Beine, des Rumpfes, des Kopfes und der Augäpfel. Sie ist das Bewegungselement der Atmung und ausschlaggebend für unsere Stimmbildung.
Um die Vollständigkeit der Definition zu gewähren, werden die sonstigen Gewebsarten hier nur kurz dargestellt.
Das Binde- und Stützgewebe verbindet Teile des Körpers miteinander und verleiht ihm Stütze und Festigkeit. Die Bestandteile des Stützgewebes sind das Bindegewebe, das Knorpelgewebe und das Knochengewebe. Die Aufgaben des Bindegewebes bestehen aus der Umhüllung und Verbindungen der Organe. Zusätzlich erfüllt es Funktionen des Stoffwechsels, bildet es das Grundgerüst der einzelnen Organe und speichert das Fett.
Das Epithelgewebe hat die Aufgabe den Körper gegen mechanische Einwirkungen zu schützen.
Das Nervengewebe dient dem Austausch von Informationen und ist am höchsten entwickelt.
Nachdem wir uns nun mit der Zelle und den Gewebsarten auseinandergesetzt haben, folgt nun in kurzer Form die Anatomie der Haut.
Die Haut ist das größte Sinnesorgan (Druck, Temperatur, Schmerz) des menschlichen Organismus. Sie dient dem Schutz gegen physikalische, chemische und mechanische Einwirkungen und verhindert Mikroorganismen den Zugang zum Körper. Der Wasser- und Wärmehaushalt wird durch die Haut zum großen Teil reguliert. Die Haut lässt sich grob in drei Schichten einteilen: Oberhaut, Lederhaut und das Unterhautfettgewebe.


